Laufräder
Sobald Dreirad und Roller sicher beherrscht werden, wollen die meisten Kinder aufs Fahrrad umsteigen. Ein großer Sprung in der körperlichen Entwicklung findet statt, denn Radfahren erfordert einen sehr guten Gleichgewichtssinn, der allmählich erworben wird, und die Fähigkeit, Bewegungsabläufe perfekt zu koordinieren. Ein Holzlaufrad ist deshalb das ideale Einstiegsfahrzeug – ohne Sattel und Pedale und mit der Möglichkeit, die Füße wechselweise als Motor und Bremse zu benutzen, aber dennoch mit ähnlichen Laufeigenschaften versehen, ermöglicht es eine allmähliche und sichere Gewöhnung an die große Herausforderung des Fahrradfahrens, ohne dass die Lust an der Bewegung eingeschränkt wird. Damit verfügen Kinder nun über ein Spielgerät, das zugleich ein Fortbewegungsmittel darstellt.
Eigentlich stammen Fahrräder von den Laufrädern ab. Carl Freiherr von Drais hat sie erfunden und ihr Name lautet deshalb auch: Draisinen. In England taufte man sie dagegen mit dem bildhaften Namen: Hobby-Horses. Laufräder müssen verschiedene Kriterien erfüllen, bevor sie in Kinderhände kommen. Die Konstruktion muss robust und aus hochwertigem Material gefertigt sein; die gewählte Holzart sollte sich durch besondere Stabilität auszeichnen, denn dieses ganz besondere Holzspielzeug muss einiges aushalten können. Einen weiteren Gesichtspunkt stellt die Wetterbeständigkeit des Holzes dar und die Möglichkeit, es zu reinigen – durch Pfützen und Matschkuhlen sausen macht wohl den meisten Kindern Spaß, und Eltern tolerieren die Begeisterung ihrer Sprösslinge erfahrungsgemäß ohne mit der Wimper zu zucken, wenn sie hinterher wieder für die nötige Sauberkeit sorgen können! Die Farben sollten umweltverträglich und als gesundheitlich unbedenklich eingestuft sein. Darüber hinaus ist es wichtig, dass die beweglichen Teile des Rads keine Wartung benötigen und ihr Kind sich nirgendwo die Finger klemmen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt dürfte die Möglichkeit sein, ob der Sattel verstellbar ist.
Kinder sollten beim Laufradfahren Schuhe tragen, auch wenn es heiß ist. Die Fußsohle muss beim Bremsen geschützt sein. Zusätzliche Bremsen haben an den Geräten nichts verloren. Die Benutzung des Laufrads zeichnet sich gerade durch wohldosiertes Anschieben und Bremsen mit den Füßen aus, und kleine Kinder haben Probleme mit der richtigen Dosierung bei einer zusätzlichen handbetriebenen Bremse. Ein blockierendes Rad ist gefährlich.
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